Rieslingstichprobe 2007

3. September 2017

In Rheinland-Pfalz gibt es drei Weinregionen, in denen trockene Rieslinge von Weltrang produziert werden. Jeweils ein Top-Wein aus Rheinhessen, Nahe und der Pfalz wurden nun nach 10 Jahren genauer unter die Lupe genommen:

Wittmann, Rheinhessen, Morstein Riesling GG 2007
reifer Apfel, Karamell, dezente floral-würzige Noten, knochig, fast schon spröde, wirkt ungewöhnlich schnell gereift, 91 Punkte

Christmann, Pfalz, Idig Riesling GG 2007
getrocknete Aprikose, reifer Apfel, braune Butter, mit einer trinkanimierenden, leichten Bitternote im Abgang, ordentliche Länge, 92 Punkte

Emrich-Schönleber, Nahe, Frühlingsplätzchen Riesling GG 2007
weiße Johannisbeere, etwas getrocknete Ananas, dezente Kräuternote im Hintergrund, schlank, saftig und druckvoll am Gaumen, 95 Punkte

Geduld zahlt sich aus: Riesling aus 2005

31. Juli 2017

Zwölf Jahre nach einem großen Jahrgang, wie dem 2005er, große Rieslinge zu trinken, ist kein schlechter Zeitpunkt. Ein verdammt guter sogar, wie sich kürzlich bei einer eindrücklichen Verkostung herausstellte. Im Einzelnen sah das dann so aus:

Emrich-Schönleber, Nahe, Monzinger Frühlingsplätzchen Riesling GG 2005
gelbfruchtig, Pfirsich, tannennadelwürzig-herbe Honignote, ausgeprägte Mineralität, 94 Punkte

Klaus Peter Keller, Rheinhessen, Kirchspiel Riesling GG 2005
buttrig-cremig, dabei zugleich seidig-schlank, etwas getrocknete Ananas, Aprikose, feine Säure mit sehr guter Balance und Länge, 96 Punkte

Dönnhoff, Nahe, Hermannshöhle Riesling GG 2005
gelbe Steinfrucht, Zitrus, Apfel mit einer kräftigen und etwas wilden Säure, 92 Punkte

Knoll, Wachau, Ried Schütt Riesling Smaragd 2005
würzig, kräutrig, dezente Honignoten, im letzten Drittel etwas unrund, 90 Punkte

Georg Breuer, Rheingau, Berg Schlossberg Riesling 2005
Apfelkompott mit Nelke, Kakaonote, schöne Säure, aber etwas blutleer, 89 Punkte

Van Volxem, Saar, Scharzhofberger P Riesling 2005
Pfirsich, schöne Fülle, etwas blumig-rosenfruchtig, mit Schmelz, nicht ganz trocken, 92 Punkte

Wittmann, Rheinhessen, Morstein Riesling GG 2005
mineralisch-apfelig, etwas Karamell, druckvoll und elegant mit einem aparten, leichten Bitterl, 93 Punkte

Fruchtige Spätlesen vom Riesling

1. Juli 2017

Wenig Alkohol, hohes Trinkvergnügen und, nun ja, die Gefahr eines hohen Flaschenumsatzes – fruchtsüße Rieslinge aus Deutschland sind halt ein verlässlich delektables Sommerplaisir, das, wie kürzlich, am besten open-air genossen wird:

Schloss Lieser, Mosel, Juffer Sonnenuhr Riesling Spätlese 2011
saftig-süß, Birne, Pfirsich, etwas Karamell, Honigmelone, eher breit und cremig, dezente Säure, ordentliche Länge, 90 Punkte

Schäfer-Fröhlich, Nahe, Felseneck Riesling Spätlese 2012
jugendlich mit Apfel- und Zitrusnoten, kernig-schlank, dabei mit feiner Säure, leicht hefig, animierendes leichtes Bitterl im Abgang, 92 Punkte

Emrich-Schönleber, Nahe, Monzinger Halenberg Riesling Spätlese 2012
würzig-mineralisch, Steinobst, Karamell, geröstetes Brot, Grüntee, Weinbergpfirsich, Safran, hervorragende Balance, 95 Punkte

Joh. Jos. Prüm, Nahe, Wehlener Sonnenuhr Riesling Spätlese 2011
mineralisch, frisch, extraktreich, Ananas, weißer Flieder, seidige Textur, sehr gute Harmonie, 94 Punkte