Barolos aus 2003

7. Mai 2017

Barolo 2003Auch im Piemont war das Jahr 2003 von außergewöhnlicher Hitze und langen Trockenheitsphasen geprägt. Die Winzer standen vor großen Herausforderungen was zum Beispiel das Auseinanderklaffen von physiologischer Traubenreife und Zuckergehalt angeht. Zwar gab es aus 2003 viele schon relativ jung zugängliche Weine, aber auch Barolos, die sich nach mehr als 13 Jahre Reife in klassischer Manier und guter Balance präsentieren, wie folgende Probe verdeutlichte.

Cavallotto Barolo “Bricco Boschis” 2003
rotbeerig, Piment, etwas Lakritz, frisch, etwas kantig im Abgang, insgesamt stimmig, 91 Punkte

Elvio Cogno Barolo “Vigna Elena” 2003
guter Gaumendruck, kräutrig, Datteln, leicht rauchig und speckig, kraftvoll mit Länge, 92 Punkte

Oddero Barolo “Vigna Rionda” 2003
fruchtig-saftig, Schnapskirsche, spitze, minzige Noten, glatt und auch etwas metallisch, 89 Punkte

Corino Giovanni di Corino Giuliano Barolo “Vigna Giachini” 2003
dunkle Beerenfrucht, etwas Wacholder, fortgeschrittene Reife, gute Dichte und Länge, 91 Punkte

Melchisedec zu Ehren

25. April 2017

Markus Heid aus Stuttgarts Nachbarstadt Fellbach hatte seiner roten Topcuvée ursprünglich den Namen seines vor mehr als 350 Jahren geborenen Urahnen Melchisedec gegeben. Mittlerweile firmiert dieser aus Lemberger, Spätburgunder und etwas Regent bestehende Wein schlicht als Cuvée M, der hohe Anspruch aber ist geblieben. Sechs Jahrgänge von 2003 bis 2008 zeigten das Können des Fellbacher Winzers, der sich auch unter die Gewinner des Deutschen Rotweinpreises einreihen darf:

Heid, Württemberg, Cuvée M 2003
Waldbeeren, etwas Teer, Rumtopf und Fruchtgummi, feine Säure, gute Balance, 90 Punkte

Heid, Württemberg, Cuvée M 2004
elegante Spätburgundernote, geradlinig und geschmeidig, Länge, 90 Punkte

Heid, Württemberg, Cuvée M 2005
expressive Nase, dunkle Beerennoten, etwas Leder und Nelke, Spätburgunderaromatik, 91 Punkte

Heid, Württemberg, Cuvée M 2006
Kaffee, kräutrig, rotbeerig, Wacholder, wirkt in der Nase recht reif, dabei schlank, etwas wild, 88 Punkte

Heid, Württemberg, Cuvée M 2007
Pfeffer, pflaumig-kirschig, dunkelbeerig, fleischig, geschliffen, schöne Frische, sehr gutes Gleichgewicht, Länge, 93 Punkte

Heid, Württemberg, Cuvée M 2008
Johannisbeernoten, röstaromatisch, würzig, kraftvoll, dabei elegant, ordentliche Länge, 91 Punkte

Wie schmeckt eigentlich Mourvèdre?

11. April 2017

MourvèdreBekannt ist die überwiegend in Südfrankreich und Spanien verbreitete rote Mourvèdretraube als Partner für Grenache und Syrah in Weinen der südlichen Rhone, vor allem im Châteauneuf-du-Pape. Reinsortig findet man sie eher selten. Wenn, dann kann man diese recht maskulin wirkenden Weine in Frankreich nur im Bandol und gelegentlich im Languedoc finden, aber auch dann sind meist geringe Anteile anderer Rebsorten mit dabei. Eine feine Auswahl gab es kürzlich zu verkosten:

Château Vannières Bandol 2000
herb-fruchtig, Holunder, blutig, leicht erdig, Graphit, zupackend, 90 Punkte

Domaine de la Tour du Bon Bandol “Saint Ferréol” 2001
würzig-kräutrig, aber auch etwas erbsig, deutlich gereift, mit morbidem Charme, 88 Punkte

Domaine Tempier Bandol “La Tourtine” 2003
Waldbeeren, Lakritz, Schokolade, erinnert an Tawny-Aromen, rund und harmonisch, 91 Punkte

Leon Barral Vin de Table “Valinière” 2000
blutig-expressive Nase, kräutrig, etwas Mandeln und Trockenobst, rund, 92 Punkte

Château de la Negly Coteaux du Languedoc “l`Ancely” 2000
Wacholder, etwas Kaffee, Lorbeer und Holunder, lebhafte Säure, dabei füllig und geschliffen, 95 Punkte

als Absacker dann ein echter Kontrast:

Joh. Jos. Prüm Riesling Spätlese “Wehlener Sonnenuhr”2004
95 Punkte